Sie sind eine tolle Erfindung, die Teigtaschen. Kreativ in Füllung und Form, lecker und sättigend und in fast jeder Kultur auf irgendeine Art und Weise vorzufinden. Woher genau sie ursprünglich stammen, ist daher auch gar nicht mehr so einfach nachzuvollziehen, aber das ist eigentlich egal: denn die verschiedenen Variationen laden in die Küchen dieser Welt ein!

 

Die Italiener machen’s vor

Nicht nur die Füllung variiert, auch beim Teig gibt es verschiedene Herangehensweisen. Bei vielen Teigtaschen bildet jedoch der Nudelteig die Basis, so auch bei den bei uns bekannten und beliebten Ravioli. In Italien bekommen diese aber auch Konkurrenz aus dem eigenen Land: Tortellini und Tortelloni sind ebenfalls sehr beliebt und unterscheiden sich vor allem in Form und Größe voneinander. Bei den Füllungen sind die Italiener kreativ: Von Frischkäse über Gemüse bis hin zu Fisch und Fleisch ist alles zu finden.

 

Grenzenloser Geschmack

Obwohl die italienischen Teigtaschen auch im deutschsprachigen Raum gerne ausprobiert werden, hat dieser ebenfalls seine eigenen Interpretationen hervorgebracht. Im nördlichen Teil Italiens etwa: Die Schlutzkrapfen – auch Schlutzer genannt – werden klassischerweise mit einer Spinat-Topfen-Füllung hergestellt und sind ein typisches Gericht der Südtiroler Hausmannskost. Auch in der Tiroler Küche sind sie zu finden und etwas abgewandelt auch in Kärnten: Die Kärntner Nudeln selbst gibt es mal mit Kartoffeln oder Fleisch gefüllt, manchmal auch als süße Variante.

In Deutschland – im schwäbischen Raum um genau zu sein – ist die Maultasche entstanden. Auch hier gibt es unterschiedliche bevorzugte Füllweisen und viele eigene Familienrezepte – der Nudelteig bildet aber auch bei den Maultaschen die Basis.

 

 

In Asien geht’s rund – und eckig

Bisher fällt es noch gar nicht so schwer, den Überblick zu behalten. Doch schauen wir mal nach Asien … Schon allein in China hat da einiges vorzuweisen: Baozi und Mantou werden dort mit Fleisch oder Gemüse gefüllt – jede Füllung ist dabei selbst nochmal eine Unterart – und bevorzugt zum Frühstück gegessen. Die Wan Tan haben je nach Region unterschiedliche Formen: mal rund, mal dreieckig und manchmal sogar schiffchenförmig. Und es gibt noch weit mehr Variationen! Oftmals werden die verschiedenen Teigtaschen hier in Dampfkörbchen aus Bambus gedämpft.

In Japan sind Buuds, Chuuschuur und Gyoza typisch, die mit Fleisch gefüllt und gebraten oder frittiert werden. Serviert werden sie mit Sojasauce. In Korea stehen Mandu auf der Speisekarte, in Nepal Momo, die typischerweise mit Tomatensauce serviert werden. Und die Samosas in Indien sind meist dreieckig und frittiert vorzufinden.

 

 

Teigtaschen mit feurigem Temperament

Im spanischsprachigen Raum sind die Empanadas vorherrschend. Gefüllt werden diese mit Fleisch oder Gemüse, mal scharf, mal weniger. Natürlich hat auch hier wieder jedes Land seine ganz eigenen Rezepte. Variationen der Empanadas sind in Südamerika, Spanien und auf den Philippinen zu finden und bestehen meist aus einer Backteig-ähnlichen Hülle.

In Europa und Asien ist es hingegen vor allem der Nudelteig, der bei den verschiedenen Teigtaschen zum Einsatz kommt. Dieser ist jedoch eine kleine Herausforderung für sich: gelungene Ravioli brauchen meist einiges an Übung. Etwas leichter geht’s mit der Schritt für Schritt Anleitung von Haubenkoch Georg Essig, der in seinem Online-Kochkurs verrät, wie der perfekte Nudelteig gelingt. Dann geht auch bei den Teigtaschen nichts mehr schief!