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Darf's ein Tässchen Tee sein?

Abwarten und Teetrinken

Stell dir vor du bist auf Urlaub in England. Du wachst morgens in deinem süßen Cottage auf und der erste Gang ist nicht wie zuhause üblich der zur Kaffeemaschine, sondern der zum Wasserkocher. Eigentlich bist du nicht unbedingt ein Teefan, doch deine Urlaubsnachbarn haben dir bereits am zweiten Tag gesagt, dass es deine Pflicht ist, dich auf die britische Teekultur einzulassen. Tag vier ist angebrochen und du bereitest dir, wie von dem britischen Pärchen vorgegeben, eine Tasse Schwarztee mit Milch zu. Naja, noch immer nicht dein Favorit, aber vielleicht schmeckt der ja irgendwann. Du fragst dich, warum sie das eigentlich machen - die Briten. Ist das sowas wie ein Gesetz, dass man Tee lieben muss? Wir haben dir in diesem Beitrag ein paar Informationen über die britische Teekultur zusammengefasst und warnen dich auch vor No-gos, welche du unbedingt vermeiden solltest.


Das A & O der britischen Teezeit

Um Punkt 5 Uhr nachmittags glaubt man, das Leben auf der Insel steht still. Warum? Naja, das ist der Hauptzeitpunkt des Tages. Hier zelebrieren die Briten ihre Teekultur und genießen eine oder zwei Tassen Tee. Serviert wird dazu oft verschiedenstes Teegebäck, welches du auch in unserem Onlinekurs „Tea Time” mit Marco D’Andrea finden wirst. Die Teezeit ist auch eine beliebte Zeit, um Freunde oder Familie einzuladen. Was bei uns Kaffee und Kuchen ist, ist bei den Briten halt Tee und Kuchen. Die Bezeichnung „5 o'clock tea” mögen die Briten nicht - sie nennen es schlichtweg afternoon tea.


Ist Tee das britische Wasser?

Ja, man könnte meinen, dass in den Adern der Briten nicht Blut fließt, sondern Tee. Der Tee gehört halt eben genauso zur britischen Kultur wie die Regentage und die roten Telefonzellen.


Welchen Tee trinkt man in Großbritannien?

Begonnen haben die Briten mit Tee aus China. Später bauten sie aber vermehrt selbst Tee in ihren Kolonien an, um sich von dem chinesischen Import unabhängig zu machen. In Großbritannien wird vor allem schwarzer Tee getrunken und dieser kann nicht stark genug sein. Unaromatisiert und in einer traditionellen Teekanne werden Beutel oder lose Teeblätter mit heißem Wasser aufgegossen. Sortentechnisch greifen die Briten auf viele Varianten zurück, ob Earl Grey, Darjeeling, Ceylon oder English Breakfast - die Briten trinken alles mit Leidenschaft. Was der Unterschied zwischen diesen Sorten ist, findest du HIER.


Tee richtig zubereiten

Tee ist nicht gleich Tee und damit du alles aus den Gewürzmischungen herausholen kannst, gibt es ein paar Dinge, die du dafür beachten solltest. Denn in diesem teeverliebten Land wird nicht immer nur ein Teebeutel und heißes Wasser verwendet. Briten kochen ihren Tee gerne in Teekesseln. Zur Not geht auch ein Wasserkocher. Die Teekanne solltest du kurz vorher mit etwas heißem Wasser vorwärmen, da sich das Aroma von dem Aufgussgetränk so besser ausbreiten kann. In England wird gerne mit losem Tee hantiert. Hierbei kannst du einen Teelöffel pro Person sowie einen zusätzlichen in die Teekanne geben. Die Mischung sollte anschließend mit kochendem Wasser übergossen werden, damit sich der Geschmack optimal entfalten kann. Danach heißt es kurz warten und den Tee anschließend in eine Tasse sieben. Et voilà, dein Afternoon Tea ist fertig!


Wie kam es zur Teekultur

Man glaubt, Tee ist schon seit jeher Teil der britischen Kultur, doch das stimmt nicht. Das Getränk fand den Weg nach Großbritannien erst sehr spät. Zu Beginn des 17. Jahrhunderts wurde das Getränk auf die Inselgruppe gebracht. Die East India Company setzte den Grundstein für die Immigration des Kulturgutes. Doch anfangs hatte der Brauch Tee zu trinken nichts mit dem von heute gemein. Das Aufgussgetränk war nur den Reichen vorbehalten und beschrieb Luxus und Reichtum. Mit der Eröffnung des ersten Teegeschäftes in London, welches Thomas Twining gehörte, änderte sich dies. Tee wurde von nun an vermehrt aus China und Asien importiert und konnte so preisgünstiger angeboten werden. Von da an war Tee ein Kulturgut, welches auch die unteren Schichten genießen konnten.


High or low?!

Nein, wir wollen dir jetzt keine Choreographie lernen. Wir sind immer noch beim Tee. Es gibt da nämlich noch zwei verschiedene Arten: High Tea und Low Tea.


Man könnte jetzt glauben, dass der High Tea nur für die High Society Großbritanniens vorgesehen war. Das stimmt jedoch nicht. Es war sogar das Gegenteil der Fall. Denn am späten Nachmittag gab es beim Arbeitervolk meist den High Tea, um nach einem anstrengenden Arbeitstag, da sie nach der Arbeit großen Hunger hatten. Beim High Tea wird der Afternoon Tee an einem höheren Tisch serviert und von herzhaften Mahlzeiten begleitet. Ob Sandwiches, Braten oder Torten - es wird ein großes Programm aufgefahren. Das Arbeitervolk hat dann abends meist nur noch Kleinigkeiten konsumiert.


Der Low Tea auf der anderen Seite ist das komplette Gegenteil. Der Tee wird nur mit einem kleinen Snack serviert. Hierbei soll lediglich zwischen Frühstück und Abendessen eine kleine Nahrungsaufnahme erfolgen, um ausreichend Energie zu haben. Kleine Sandwiches und Süßigkeiten begleiten den schwarzen Tee am etwas kleineren “Kaffee”tisch.


Was genau man zur Teatime so isst, erfährst du HIER.


Beutel oder lose?

Für wahre Teeliebhaber fällt die Entscheidung zwischen losem Tee und einem Teebeutel nicht schwer. Teekenner bevorzugen die lose Variante, da dieser Tee geschmacksintensiver sein soll. Doch stimmt das und kann man Beuteltee nicht auch genießen?


Mehr ist mehr (es kann nie zu viel Tee am Tag getrunken werden)

Teetrinker haben meist viel Equipment zuhause, welches sich bestens für die Zubereitung von losem Tee eignet. Ob Teekessel, Teekanne, Filter oder Teeblätter - all das macht Tee zu einem besonderen Erlebnis. Loser Tee ist zudem auch meist günstiger als Beuteltee, da man alles selbst dosieren kann. Die Qualität lässt sich jedoch nicht anhand der Form feststellen. Denn das Gerücht, dass in Beuteltee nur Abfälle enthalten sind stimmt nicht. Hierbei wurden die Teeblätter nämlich nur zerstückelt. Das heißt, auch wenn du Teebeutel kaufst, kann der Tee dieselbe Herkunft haben wie ein loser Tee.


Wird man ohne Milch im Tee zum Gesetzesbrecher?

Man glaubt es kaum, aber beim Thema Milch scheiden sich in Großbritannien die Geister. Aus diesem Grund teilen sich die Teegenießer in zwei Fraktionen: ,,Miffy” oder ,,Tiffy”. Was heißt das?


Nun ja, Miffy-Menschen sind Personen, die ihre Milch vor dem Tee in die Tasse geben - milk in first nennt man das im Englischen. Die Tradition, die Milch zuerst in die Porzellantasse zu füllen, begründet sich darin, das Zerspringen der Tasse aufgrund des heißen Tees zu verhindern. Heutzutage passiert das bei den Tassen aber nicht mehr. Ein weiteres Argument dieser Fraktion ist aber auch, dass der Geschmack des Tees besser ist.


Die Tiffy-Personen sind diejenigen, die ihren Tee zuerst in die Tasse geben - Tea in first. Warum? Weil sie der Meinung sind, dass ein kleiner Schuss Milch am Ende der Zubereitung den Geschmack des Tees verfeinern soll.


Last but not least, noch eine ganz wichtige Frage: Wie hat denn die Queen ihren Tee getrunken?

Nach 96 Lebensjahren hat sie doch bestimmt einige Teesorten ausprobiert und vielleicht ja auch einen Favoriten gefunden. Es wurde gesagt, dass die Queen auf Reisen immer ihr eigenes Teeservice mitnahm und auch ihr Lieblingstee seinen Platz im Gepäck gefunden hat. Auch wenn oft davon ausgegangen wird, dass die Royals ihren Tee mit abgespreizten Finger trinken, ist dem nicht so. Sowohl die Queen als auch ihre royale Familie trinkt den Tee mit dem kleinen Finger an der Tasse platziert. Die Tasse wird zudem nur vom Untersetzer wegbewegt, wenn getrunken wird. Sie darf folglich nicht einfach so in der Hand gehalten werden. Wenn es darum geht, ob die Queen Teil der Miffy- oder Tiffy-Bewegung war, gibt es keine klaren Beweise. Vielleicht war sie ja einfach ein Mischling ;) Insidern zufolge war der Lieblingstee der Queen ein Earl Grey, ob das stimmt oder nicht, werden wir von ihr aber wohl nicht mehr erfahren.


Mehr über Tee erfährst du hier. Na dann, auf eine entspannte Tea Time!

zuletzt geändert am: 06.04.2023

Verfasst von:
Magdalena

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